Sherlock
The Lying Detective (S4E2) Review

Sherlock S4E2 Review

Falls ihr meine Rezension der ersten Folge von Sherlocks Staffel 4 gelesen habt, wisst ihr, dass ich ziemlich enttäuscht von der Handlung der Eröffnungs-Episode war. Aber hier ist die gute Nachricht: Die zweite Episode ist besser und macht sich (wie erwartet) den Cast Shake-up zu Nutze. Es gibt einen unerwarteten Plot-Twist am Ende, für den es sich lohnt auch die erste Episode auszuhalten.

[Diese Review enthält Spoiler …]

Worum es in dieser Folge geht

Relativ unerwartet geht es in dieser Folge vor allem darum, wie John und Sherlock den Verlust von Mary verarbeiten. Und die Auseinandersetzung der einzelnen Charaktere mit ihrer Trauer wird glaubwürdig dargestellt, da beide in bereits vertrauter und angemessener Art und Weise damit umgehen: John geht zu einer Therapeutin, sieht und spricht allerdings noch die ganze Zeit mit seiner toten Frau. Und Sherlock versucht nicht nur Marys Tod zu verarbeiten, sondern auch John zu retten (wie von Mary in dieser DVD letzte Episode gefordert), indem er einen Fall annimmt, der einen berühmten Milliardär und Philanthrop (Culverton Smith) involviert.

Sherlock wird von der Tochter des Milliardärs kontaktiert, die vermutet, dass ihr Vater jemanden umbringen wird, sich allerdings nicht daran erinnern kann, wer das Opfer sein wird (sie und weitere Zeugen wurden von ihrem Vater zunächst unter Drogen gesetzt, bevor dieser ihnen seinen Plan mitteilt). Der Teil, in der Sherlock die Tochter trifft und anfängt, herauszufinden, wen Smith versucht zu töten, ist kurzweilig und unterhaltsam , besonders aufgrund der alten Sherlock-Manier: schnelle Deduktionen, geistreicher Humor und ein amüsanter Streit zwischen Sherlock und Mycroft.

Um den Fall zu lösen, kontaktier Sherlock John, der (welch Überraschung!) immer noch wütend auf ihn ist, weil Sherlock Mary hat sterben lassen (wobei es tatsächlich Marys Entscheidung war, Sherlock zu retten, aber okay, lassen wir ihn wütend sein, damit es spannend bleibt). Er nimmt John mit zu Culverton Smith und versucht, ihn von Smiths Boshaftigkeit zu überzeugen. Die Konfrontation zwischen Smith und Sherlock in der Leichenhalle des Krankenhauses ist spannend und aufregend, vor allem, als seine Tochter auftaucht, die jedoch eine andere Frau ist als die, die Sherlock vor ein paar Wochen getroffen hat. Sherlock zweifelt seine eigene Vernunft an, während Smith lacht wie ein Wahnsinniger (überzogenes Drama können Gattis und Moffat auf jeden Fall.)

Der ultimative Showdown zwischen Smith und Sherlock ist dann wieder spannend und enthält eine recht zufriedenstellende Auflösung. Wir lernen auch, was die Video-Botschaft auf der DVD zu bedeuten hat, die Mary zurücklies. Allerdings gibt es hier keine große Überraschung, denn sie war hauptsächlich notwendig, damit John und Sherlock ihren Streit beilegen. Darüber hinaus ist die Wiedereinführung oder die Erwähnung von Irene Adler ein wenig seltsam und aus dem Kontext gerissen, besonders als John versucht, Sherlock dazu zu bringen, Irene Adler auf ein Date zu fragen?! Hier war leider etwas Fremdschämen angesagt.

Die zweite Folge überzeugt mehr als die erste

Der größte Schockmoment kommt am Ende, als John wieder in seiner Therapiesitzung ist. Das ist die Zeit der relevanten Auflösungen: Wir erfahren von der falschen Tochter von Smith, mit der sich Sherlock getroffen hat, von dem dritten Geschwisterteil der Holmes-Brüder, und wir bekommen einen großen Cliffhanger am Ende, bei dem John in unmittelbarer Gefahr ist. Dieser Plot-Twist fällt in die Kategorie „Ein Charakter täuscht andere Charaktere durch geschickte Tarnung“ und unterscheidet sich damit von Twists, bei denen bestimmte Handlungsstränge nur erträumt oder halluziniert wurden oder einer schizophrenen Störung geschuldet sind. Die größte Offenbarung ist die Identität dieser Tarnungskünstlerin, womit ich tatsächlich nicht gerechnet hätte. Das Ende hat damit das Unterhaltungslevel der gesamten Folge deutlich gesteigert und Gattis und Moffat haben hier einen glaubwürdigen Plot Twist und Spannungsbogen (mit ein paar Durchhängern in der Mitte) hinbekommen.

Abgesehen von den vielen Offenbarungen wirft dieses Ende jedoch auch wieder weitere Fragen auf, eine besonders wichtige: Wer ist nun für die Video-Botschaft von Moriarty am Ende der dritten Staffel verantwortlich? Als die Therapeutin / Schwester von Mycroft und Sherlock John ihre Tricks erklärt, sehen wir, wie Sherlock die Notiz liest, die er von Smiths falscher Tochter erhalten hat. Und diese zeigt unter Schwarzlicht die Inschrift: „Miss Me“ (Mind blown, zumindest ein bisschen).

Alles in allem ist der Handlungsstrang um den immer noch wütenden John (aufgrund von Sherlocks Verschulden an Marys Tod, laut John) ein bisschen zu viel und unnötig meiner Meinung nach. Mir gefiel auch nicht, dass Mary immer noch als Hilfsmittel für die Motivation von Johns Handlungen und Geistesblitzen verwendet wird. Aber abgesehen davon ist es eine solide Episode mit einem interessanten Fall und einem erstaunlichen Plot-Twists am Ende, der einen auf die nächste Folge gespannt sein lässt.

Über Julia Jemals 13 Artikel
Hi, ich bin Julia und ich liebe Serien. Auf dieser Webseite teile ich meine Leidenschaft für großartige Serien und schreibe Reviews und Empfehlungen zu bestehenden und neuerscheinden Serien. Und da für mich bei einem perfekten Serienabend (oder Morgen oder Nachmittag) auch immer ein guter Snack dazu gehört, stelle ich hier meine Favoriten vor.

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